Donaubus
Presse

Ab wann ist der Donaubus ein Erfolg? (Schwarzwälder Bote 1. März 2018)

Wenn OB Erik Pauly in seinem Büro aus dem Fenster schaut, freut er sich jedes Mal, wenn der Stadtbus vorbeifährt. Schließlich ist es sein Herzensprojekt, und das Stadtoberhaupt ist auch davon überzeugt, dass es sich um ein erfolgreiches Projekt handelt. Und schließlich konnte die Zahl der Einzeltickets von 1665 im Startmonat November auf mittlerweile 4539 Einzelfahrscheine im Januar gesteigert werden.

Doch wann genau kann man von einem Erfolg sprechen? Die Frage hätte die FDP/FW-Fraktion gerne beantwortet. „Wir haben in der Diskussion festgestellt, dass es schwierig ist, über einen Erfolg zu sprechen, weil jeder dafür andere Kriterien festlegt“, begründet der Fraktionssprecher Bertolt Wagner den FDP/FW-Antrag. Aber eben diese Kriterien müsste man festlegen, um beurteilen zu können, auf welchem Weg man sich befinde und wo man hinwolle.

Dabei handle es sich um einen ganz normalen Vorgang, um auch nachjustieren zu können. Etwas anders sieht das der OB: „Ich werte es schon als Erfolg, dass die Busse nun durch die Stadt rollen.“ Die Verwaltung habe sich jedoch schwer getan, aufgrund des FDP/FW-Antrages zehn Kritieren festzulegen. Es spreche aber auch nichts dagegen, Zahlen zu definieren. Und GUB-Stadträtin Claudia Weishaar würde es als Erfolg werten, „wenn wir den Zuschuss nicht ausbauen müssen“.

CDU-Fraktionssprecher Konrad Hall hält Punkte wie Pünktlichkeit, Sauberkeit und Freundlichkeit des Personals für eine Voraussetzung, um die Fahrgastzahlen steigern zu können. Grünen-Stadtrat Christian Kaiser sieht Donaueschingen auch in seiner Rolle als Große Kreisstadt verpflichtet ein entsprechendes Angebot im Nahverkehr anzubieten. „Ich würde mich schwer tun, jetzt auch gleich Konsequenzen festzulegen. Das sollte ein Prozess sein und die Konsequenzen erst am Schluss definiert werden.“

Festgelegt wurde erst einmal überhaupt nichts. Das Thema soll noch einmal diskutiert werden. Allerdings gibt es darüber auch unterschiedliche Ansichten: Während OB Pauly vorschlug, dass die FDP/FW-Fraktion, die ja auch den Antrag gestellt habe, nun die Kriterien ausarbeiten soll, sah FDP/FW-Fraktionssprecher Wagner die Verantwortung bei allen Fraktionen. „Das ist nicht nur unsere Aufgabe, weil wir den Antrag gestellt haben. Auch die anderen Fraktionen wissen ihre Ziele.“

Problem vor Lösung

Mit Einführung des Stadtbusses hatte es Kritik gegeben, dass nun der Bus nur noch morgens zu Schulbeginn vor der Erich-Kästner-Schule hält. Nachmittags müssen die Grundschüler die Moltke- ­straße hochlaufen. Vor allem Lehrer hatten sich wegen der Aufsichtspflicht und auch wegen der Sicherheit ihrer Schüler Sorgen gemacht.

Dieses Problem wird in den kommenden Tagen gelöst. Um 12.36 Uhr, um 13.36 und um 15.36 Uhr – jeweils unter der Woche zu Schulschluss – wird die Linie drei eine kleine Schleife fahren und die Grundschüler direkt vor der Schule aufnehmen und dann regulär die Haltestelle in der Moltkestraße anfahren.

Laut Verkehrsgesellschaft Bregtal hat diese Schleife keine Auswirkungen auf den Fahrplan für die Äußere Röte haben. Sobald das Landratsamt diese Fahrplanänderung genehmigt hat, kann sie auch in die Realität umgesetzt werden.

Zur Einführung des Stadtbusses wurde auch das Ein-Euro-Ticket als Marketingmaßnahme eingeführt. Allerdings ist es zeitlich begrenzt und läuft zum 31. März aus. Da die Stadt bei Erwachsenen 1,30 Euro und bei Kindern 70 Cent pro Ticket übernimmt, lag der Zuschussbedarf in den ersten drei Monaten bei 11 636 Euro. Wie soll es nun weiter gehen? Diese Frage soll die neue Werbeagentur, die das Marketing für den Stadtbus übernimmt, beantworten.

Bislang wurde nur der Verkauf von Einzelfahrkaten für Erwachsene und Kinder betrachtet. Wie viele Wochen- oder Monatskarten verkauft werden und wie genau es mit den Schülerkarten aussieht – diese Zahlen stehen noch aus. Der Verkehrsverbund Schwarzwald-Baar wird diese Daten jedoch aufarbeiten und ebenfalls der Arbeitsgruppe Stadtbus präsentieren.

Die GUB wünscht sich für den Stadtbus Zehnerkarten, bei deren Erwerb eine Fahrt umsonst ist. Geht nicht: sagt die Verwaltung, denn dazu müssten die VSB-Tarife geändert werden. Geht doch: sagt die GUB, denn schon das Ein-Euro-Ticket werde außerhalb des VSB-Tarife subventioniert. Ähnlich konnte man auch die Zehnerkarten als Marketinginstrument benutzen, wenn der Verkauf über die Stadt organisiert werde und die Gutscheine dann im Bus eingelöst werden können. Das soll nun im Donaueschinger Rathaus geprüft werden. Allerdings gibt es auch eine andere Idee: „Da sollten mal unsere Kreisräte Druck machen. Die Forderung gibt es ja auch in anderen Städten“, sagt Johannes Fischer (CDU).

Bislang hat das Designbüro Sägenvier, das das Gestaltungskonzept für den Stadtbus entwickelt hat, auch die Marketingmaßnahmen vorgeschlagen. Jetzt, wo die Busse fahren, soll das Marketing jedoch von einer speziellen Agentur, die auch Erfahrung mit dem Öffentlichen Personennahverkehr hat, übergeben werden.

Entsprechende Gespräche werden bereits geführt. Für die Umsetzung wird im Rathaus dann ein neuer Mitarbeiter zuständig sein, der sich komplett um den Donaubus kümmert.